Die Brautjungfer: Bedeutung, Aufgaben und Dresscode

Wer kennt sie nicht, die Hollywoodfilme, in denen sich die Brautjungfern in farblich passenden Kleidern um die Braut gruppieren? Doch welcher Brauch und welche Aufgaben verbergen sich tatsächlich dahinter? Wir klären auf!

Tradition

Im Mittelalter bestand die Aufgabe der Brautjungfern hauptsächlich darin, in weißen Kleidern vor der Braut in die Kirche einzuziehen, um dem Aberglauben nach die bösen Geister zu verwirren und von der tatsächlichen Braut abzulenken. Heutzutage gilt diese Tradition natürlich nicht mehr. Vielmehr dient dieser Brauch nun als wahrer Freundschaftsbeweis und ermöglicht es der Braut, ihre besten Freundinnen vor und an ihrem großen Tag auf ganz besondere Weise einzubeziehen.

Anzahl

Die Anzahl der Brautjungfern bleibt dabei jeder Braut selbst überlassen, allerdings ist es sinnvoll, diese dem Stil der Feier und der allgemeinen Gästeanzahl anzupassen. Üblich sind zwischen zwei und sechs Brautjungfern.

Dresscode

Auch die Outfits der Brautjungfern rücken an der Hochzeit unweigerlich in den Mittelpunkt, schließlich stehen sie der Braut den ganzen Tag zur Seite und sind daher auch ein beliebtes Fotomotiv. Während es für Brautjungfern in den USA üblich ist, das gleiche Kleid zu tragen, spielen bei der Kleiderwahl in Deutschland auch andere Kriterien eine wichtige Rolle. Für ein harmonisches Gesamtbild werden diese zwar meist in einem Farbton gehalten – oftmals passend zum Farbkonzept der Hochzeit – allerdings in verschienen Farbnuancen und Schnitten. Jede Frau bzw. Brautjunger ist anders und letztendlich sollen sich alle in ihren Kleidern wohlfühlen. Beliebte Farben für die Brautjungfernkleider sind Pastelltöne wie Apricot, Rosa, Hellblau oder Flieder – lediglich die Farbe Weiß ist der Braut vorbehalten. Die Brautjungfernkleider sollen zwar mit dem Brautkleid harmonieren, es jedoch keinesfalls übertrumpfen. Das Gleiche gilt übrigens für die Sträuße der Brautjungfern: Wer sich dafür entscheidet, sollte darauf achten, dass die Sträuße der Brautjungfern deutlich kleiner sind als der Brautstrauß. Eine schöne Alternative sind einzelne Blumen, ein Blumenarmband oder ein Blumenkranz. Übrigens: Die Kosten für die Kleider übernehmen in der Regel die Brautjungfern selbst, die Kosten für die Blumen das Brautpaar. Sofern sich die Braut jedoch ausgefallenere Brautjungfernkleider wünscht, beispielsweise Kleider, die die Brautjungfern nach der Hochzeit nicht mehr anderweitig tragen können, wäre es angebracht, über eine Kostenbeteiligung nachzudenken.

Accessoires

Da die Brautjungfern neben der Trauzeugin oftmals schon beim Getting Ready der Braut anwesend sind, um sich gemeinsam zu stylen, Spaß zu haben und eventuell auch mit einem Glas Sekt auf den großen Tag anzustoßen, entscheiden sich viele auch hier für ein gemeinsames Outfit. Besonders beliebt sind zusammenpassende Morgenmäntel oder Kimonos, die sich nicht nur auf den Bildern gut machen, sondern ganz nebenbei auch vor unliebsamen Flecken beim Styling schützen.

Viele Bräute nutzen das Getting Ready auch, um sich bei den Brautjungfern für ihre Unterstützung zu bedanken, beispielsweise mit einem personalisierten Sektglas oder einer Tasse, einem Kosmetik-Täschchen mit Aufschrift oder Schmuck wie einer Kette oder einem Armband.

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Foto:Lanty/Unsplash

Männliches Pendant

Das männliche Pendant zu den Bridesmaids, also den Brautjungfern, sind die Groomsmen. Im Deutschen hat sich die Bezeichnung „Brautführer“ durchgesetzt, da es sich dabei nach alter Tradition um einen guten Freund des Bräutigams handelte, der die Braut zum Altar führte. Heutzutage wird diese Aufgabe allerdings vom Brautvater übernommen, weswegen der Brautführer und die anderen Groomsmen stattdessen die Brautjungfern zum Altar geleiten.

Brautjungfer vs. Trauzeugin

Worin liegt nun genau der Unterschied zwischen einer Brautjungfer, also einer Bridesmaid, und der Trauzeugin, der Maid of Honour? Genau genommen kann jede Brautjungfer auch die Rolle der Trauzeugin übernehmen, sie wäre in diesem Fall die erste Trauzeugin und steht der Braut meist besonders nah. Oftmals handelt sich bei der Trauzeugin daher um die beste Freundin oder die Schwester der Braut. Obwohl Trauzeugen für die standesamtliche Trauung inzwischen nicht mehr verpflichtend sind, werden sie immer noch gerne eingesetzt. Die Trauzeugin unterschreibt neben dem Brautpaar und dem Trauzeugen des Bräutigams die Hochzeitsurkunde und hat somit auch eine rechtliche Funktion.

Aufgaben

Da die Brautjungfern die Braut neben der Trauzeugin bereits während der Planungszeit unterstützen, sollten sie bestimmte Eigenschaften mitbringen, darunter vor allem Organisationsstärke, Kreativität, Flexibilität, Empathie und stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Wünsche der Braut.

Vor der Hochzeit

  • Die Braut bei der Brautkleidsuche unterstützen und beraten
  • Den Junggesellinnenabschied planen
  • Mögliche Programmpunkte der Gäste für die Hochzeit koordinieren
  • Allgemeine Hilfstätigkeiten, z. B. Einladungskarten beschriften, Gastgeschenke oder Tischdekoration vorbereiten etc.

Am Hochzeitstag

  • Der Braut beim Ankleiden behilflich sein
  • Vor der Braut in die Kirche einziehen
  • Brautkleid und ggf. Schleier und Schleppe richten, am späteren Abend die Schleppe hochbinden, den Schleier abnehmen, die Braut ggf. zur Toilette begleiten
  • Den Brautstrauß entgegennehmen
  • Konfettitütchen, Seifenblasen, Streublumen, Wedding Wands o.Ä. für den Auszug des Brautpaars an die Gäste verteilen
  • Fragen der Gäste beantworten
  • Hochzeitsgeschenke entgegennehmen, ggf. Name der Schenkenden notieren, Geldgeschenke von Zeit zu Zeit verwahren
  • Dienstleister, Zulieferer bzw. Ablauf von Musik und mögliche Programmpunkte koordinieren
  • Gäste zum Tanzen animieren

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