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Foto:Susn Prautsch

Tipps für euer Ehegelübde

Der große Tag rückt immer näher. Für das Wohl eurer Gäste ist gesorgt, alles ist in trockenen Tüchern. Dann wird es doch mal Zeit, sich an das Ehegelübde zu machen, falls ihr euch dafür entschieden habt es selbst zu schreiben… Aber was schreib ich nur? Wie „erkläre“ ich meiner besseren Hälfte glaubwürdig, dass sie wirklich die bessere Hälfte ist? Was kann einen Heiratsantrag von den Emotionen noch mehr übertreffen? Fragen über Fragen und ein Gedanke nach dem anderen. So manch einer/eine bekommt bei dem Gedanken vielleicht Angstzustände. Wir helfen dir, diese Gedanken etwas zu ordnen! Unsere Tipps für ein gelungenes Ehegelübde:

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Foto:Anja Schneemann photography

1. Absprache halten

Ehegelübde sind besonders bei Freien Trauungen beliebt. Aber auch in der Kirche oder beim Standesamt kann den schönen Gedanken freien Lauf gegeben werden. Bevor ihr überhaupt erste Ideen sammelt, klärt sowohl mit eurem Partner, aber auch mit dem Standesbeamten, dem Trauredner und/oder mit dem euch trauenden Geistlichen, ob ein frei formuliertes Versprechen auch für sie in Ordnung ist. Sollte dem so sein, müssten eventuell einige Rahmenbedingungen geklärt werden.

2. Nehmt euch Zeit

Auch wenn das Eheversprechen auf den letzten Drücker ins Visier genommen wird, sollte es nicht 10 Minuten vor der Trauung geschrieben werden. Es sei denn du bist ein fantasiereicher Rhetoriker… Ein Gläschen Wein, inspirierende Mittel, wie zum Beispiel Bilder, Nachrichten, die ihr euch im Laufe der Zeit geschickt habt, oder ein Ausflug an einen erinnerungsreichen Ort eurer Beziehung können an einem freien Tag viel Erfolg für euer Eheversprechen bringen.

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Foto:Stilecht Photography

3. Brainstorming

Das Schreiben des Eheversprechens könnte man mit einem Vortrag aus der Schule vergleichen. Erstmal Ideen sammeln und dann der Corpus, der drum herum aufgebaut wird. Ihr könnt auch gemeinsame Stichpunkte bzw. Stichwörter mit dem Partner sammeln, sodass der Kern der gleiche ist, aber die Realisierung eine andere. Kann ja ganz lustig sein, zu sehen, was der jeweils andere für Gedanken mit einzelnen Punkten verbindet.

Dazu könnt ihr euch ein paar Fragen beantworten:

  • Was sind eure Gemeinsamkeiten und Unterschiede?
  • Welche Macken liebt man besonders am Partner bzw. welche gar nicht, die den Partner aber trotzdem liebenswerter machen?
  • Was bedeutet für euch die Ehe und ein gemeinsames Leben mit dem Partner?
  • Wieso seid gerade IHR füreinander bestimmt?
  • Was liebt ihr an eurem Gegenstück besonders?

Wer es lieber lustiger formulieren mag, kann die Fragen auch gerne von der anderen Seite betrachten: welche Macken habe ich, die ich verspreche für eine friedvolle Ehe abzulegen? So könnte es dann zum Beispiel lauten: „Ich verspreche dir, immer darauf zu achten, dass der Toilettensitz runtergeklappt ist, damit du in deinem Halbschlaf nicht hineinfällst.“ Oder: „Ich verspreche dir, dich nie dazu zu zwingen, „Den Bachelor“ mit mir zu gucken etc.

 

4. In der Kürze liegt die Würze

Halte Dich möglichst kurz. Natürlich könnten ganze Lieder über die Liebe zum Partner geträllert werden, aber das solltest du nicht direkt am ersten Tag eurer Ehe verbraten. Bewahre einige Liebesbekundungen ruhig für die vielen folgenden Ehejahre auf…

Das heißt nun nicht, dass nur Stichpunkte aufgezählt werden sollten. Es muss schon rund sein. Aber man verläuft sich ja auch schnell in der Zeit, sodass aus einem kurzen Gedankengang schnell 10-20 Minuten werden. Lass es dir von einem engen Vertrauten vorlesen und auf dich wirken. So siehst du es auch mal von der anderen Seite und erkennst die Schwachstellen. Du und dein Partner könnt euch zuvor auch einfach in der Länge abstimmen.

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Foto:Anja Schneemann Photography

5. Stil

„Nicht ablesen!!!“…hat schon die Lehrerin zu uns gesagt, wenn wir einen Vortrag halten mussten. Und auch hier ist es nicht erwünscht. Kleine Stichpunkte aufschreiben und dann los! Wir persönlich finden jedoch, dass in dieser innigen und vor allem aufregenden Atmosphäre auch des Öfteren gespickt werden darf. Und vergisst du im Lampenfieber deinen Text, nur die Ruhe bewahren! Niemand nimmt es dir übel, wenn du einmal mehr auf deine Notizen schaust.

Hast du eine besonders schöne Stimme? Nutze deine Talente und lasse sie ganz ruhig einfließen. Zu beachten ist dabei allerdings, dass dieser besondere Moment würdevoll bleibt und nicht ins Lächerliche gezogen wird.

 

6. Anrede

Habt ihr einen „geheimen“ Spitznamen für euren Liebsten/ eure Liebste? Dann darf der bei diesem Anlass auch ausgeplaudert werden, solange er nicht peinlich ist. Ein einfaches „Mein lieber Schatz“, Mein Liebster / Meine Liebste oder einfach das Nennen beim Namen tun es auch.
Für einen Clou könnte auch die Anrede beim neuen Nachnamen sorgen…

Natürlich könnt ihr auch einfach direkt auf den Punkt kommen und mit „Hiermit verspreche ich dir…“ anfangen.

Kennst du ein passendes Zitat, hast du auch schon einen gelungenen Einstieg. Um dieses herum kannst du dann deine Gedanken aufbauen oder den roten Faden zu deiner Rede bilden.

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Foto:Anja Schneemann Photography

7. All eyes on you, your eyes on them!

Es reicht ja nicht, dass sich an diesem Tag schon die ganze Welt um euch dreht, nein, du musst dich auch noch mit dem Ehegelübde beweisen. Was das Sprachliche anbelangt, sind wir nun schon fast durch. Jetzt mal zum optischen: ein Blatt weißes Papier wird euch vor lauter Aufregung vermutlich in der Hand zerfallen. Macht einfach eine tolle Erinnerung aus euren Worten. Dafür könnt ihr den Text auf eine schöne Karte drucken lassen oder ein Erinnerungsbuch für besondere Gedanken zusammenstellen. Besonders tolle Texte könnten auch auf großen Plakaten mit Bilderrahmen verewigt werden. Da kann dann auch gut gespickt werden…

Obacht! Nicht zu viel abschauen, sondern so oft wie möglich die Blicke mit eurem Gegenüber verschmelzen lassen!

 

8. Sei du selbst

Am wichtigsten bei der ganzen Geschichte ist, dass du authentisch bleibst. In der Regel hat jeder seinen eigenen Stil, seine eigene Sprache und seine eigene Vortragsart. Sage das, was dir auf dem Herzen liegt.

 

9. No Gos

Über spaßige Formulierungen freut sich jeder. Aber vermeide unbedingt gefährliche Witze auf Kosten anderer! Schwiegermutterwitze? Lieber nicht, wenn ihr nicht auf derselben Wellenlänge seid, was Spaß anbelangt. Aus dem Nähkästchen plaudern? Auch das kann gefährlich werden. Bei zu intimen Aussagen empfiehlt es sich eine zweite Meinung einzuholen.

 

10. SOS

Wenn es doch nur noch 10 Minuten bis zu eurer Hochzeit sind und du mit einem riesigen Fragezeichen Richtung Trauung fährst, schnapp dir schnell ein Handy. Google wird dir auch in dieser Situation behilflich sein. Aber darauf sollte es keiner ankommen lassen, denn diese Situation fällt eher unter Punkt 9.

Mühe geben lohnt sich auf jeden Fall, denn werft ihr in einigen Jahren einen Blick auf dieses Gelübde, weckt es sicherlich wunderschöne Erinnerungen und Gefühle.

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Foto:Anja Schneemann Photography

Diese Ehegelöbnisse finden wir besonders schön:

„Ich kann dir nicht versprechen, dass wir nur gute Zeiten durchleben.

Aber ich kann dir versprechen, dass ich in guten und weniger guten Zeiten, mit vollem Vertrauen in dich, an deiner Seite, vor oder hinter dir stehe.

Ich kann dir nicht versprechen, dass wir niemals steinige Wege vor uns haben.

Aber ich kann dir versprechen, dass ich dich bei all deinen Vorhaben unterstützen und begleiten werde.

Ich kann dir nicht versprechen, dass wir immer einer Meinung sein werden.

Aber ich kann dir versprechen, dass ich dich immer achten und schätze werde und dass ich keine Geheimnisse vor dir haben werde.

Ich kann dir nicht versprechen, dass wir niemals Traurigkeit erleben werden.

Aber ich kann dir versprechen, dass ich dich immer halten, umarmen und trösten werde.

Ich kann dir nicht versprechen, dass wir immer fair und gerecht behandelt werden.

Aber ich kann dir versprechen, dass ich mich immer für dich einsetzen werde und dass dich mein Herz immer auf deinen Wegen begleiten wird.

Denn du bist mein größtes Geschenk, mein Sonnenschein, mein Glück, mein Leben und meine Liebe.“

 

 

 

„Ich liebe Dich, (Name), Du bist mein bester Freund.

Heute gebe ich mich Dir mit unserer Hochzeit.

Ich verspreche, Dich zu ermutigen und zu inspirieren, mit Dir zu lachen und Dich zu trösten in Zeiten voll Sorge und Unsicherheiten.

 

Ich verspreche, Dich zu lieben, in guten wie in schlechten Zeiten,

wenn das Leben leicht scheint und vor allem wenn es schwer scheint,

wenn unsere Liebe einfach ist und wenn sie eine Herausforderung ist.

 

Ich verspreche, Dich zu ehren und Dich immer zu respektieren.

Diese Dinge verspreche ich Dir heute und für alle Tage unseres Lebens.“

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Foto:Stilecht Photography

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