Heiraten in Karlsruhe zu Zeiten von Corona

Die Planung der eigenen Hochzeit ist schon unter „normalen“ Umständen, eine herausfordernde Aufgabe. In der aktuellen Situation zu Zeiten der Corona-Krise stehen die meisten Brautpaare jedoch vor noch viel größeren, ungeahnten Herausforderungen.

 

Worauf sollten wir jetzt achten? Welche Einschränkungen gibt es für unsere Hochzeitsplanung? Kann unsere Hochzeit wie geplant stattfinden oder sollten wir sie verschieben oder gar absagen? Und wer trägt in einem solchen Fall die Kosten?

 

Wir haben die wichtigsten Informationen zur aktuellen Lage für euch zusammengefasst und euch eine 10-Schritte-Checkliste zusammengestellt!

 

Aktuelle Lage

Fakt ist, der Covid-19 Virus ist im Umlauf und daran lässt sich (leider) im Moment nicht viel ändern. Das hat Auswirkungen auf jede Lebenslage und besonders auch auf die geplanten Hochzeiten, die in den kommenden Wochen und Monaten nicht nur im Karlsruher Landkreis hätten stattfinden sollen.

 

Es gibt viele Beschränkungen, jedes Bundesland hat aktuell noch seine eigenen Regelungen. Eine Übersicht über alle Bundesländer und den aktuellen Stand zur Corona-Krise findet ihr hier.

 

Im Gegensatz zu letzter Woche, in der Feiern mit unter 100 Personen noch erlaubt waren, gilt seit Montag, 23.03.2020 nun ein Kontaktverbot. Somit ist jegliche Hochzeitsfeier (selbst im engsten Familienkreis) verboten.

 

In einigen Standesämtern in Karlsruhe und Umgebung sind Trauungen zu zweit oder nur mit den Trauzeugen noch erlaubt. Aber wollt ihr das? Der Tag eurer Hochzeit sollte doch der schönste Tag eures Lebens werden, ohne irgendwelche Einschränkungen und Abstriche. Ihr solltet ihn so genießen können, wie ihr ihn euch gewünscht habt.

 

Rechtliche Grundlagen

Bei der aktuellen Corona-Krise kann man auch von „höherer Gewalt“ sprechen. Doch was bedeutet das, wenn eure Hochzeit aufgrund der „höhere Gewalt“ abgesagt werden muss? Rechtlich bedeutet das, dass keine der beiden Vertragsparteien (sprich ihr als Brautpaar auf der einen und die Dienstleister/Location auf der anderen Seite) diesen Umstand, der die Vertragserfüllung so gut wie unmöglich macht, zu vertreten hat. Das heißt auch, dass keine der beiden Vertragsparteien haftet.

 

Das bedeutet: Solltet ihr eure Hochzeit aus reiner Angst oder Vorsicht jetzt absagen, gelten die Stornierungsbedingungen aus den Verträgen der gebuchten Dienstleister oder Location. Beachtet also unbedingt eure Verträge, bevor ihr vorschnell handelt!

 

Prinzipiell unterscheidet man zwischen zwei Arten an Verträgen: Dienstleistungs- und Werkverträge. Einen Dienstleistungsvertrag habt ihr bspw. mit eurem Trauredner oder einem Hochzeitsplaner geschlossen, denn die Dienstleister erbringen bereits vor der Hochzeit (einen Teil) ihrer Leistung. Bei einem Werkvertrag wird die Leistung erst am Tag der Hochzeit selbst erbracht, bspw. von einem Hochzeitsfotografen oder dem DJ. Somit unterscheiden sich häufig auch die Stornierungsbedingungen, da bei bereits getätigter Leistung meistens nicht mehr 100% der Kosten erstattet werden.

 

Wird eure Hochzeit aufgrund einer behördlichen Anordnung verboten und ihr habt bereits Zahlungen geleistet, dann liegt auch in diesem Fall „höhere Gewalt“ in diesem Sinne vor, dass ihr ebendiese Zahlungen nicht wieder erstattet bekommt.

 

Die beste Lösung ist somit: Verschieben statt Stornieren!

Durch die Verschiebung eurer Hochzeit habt ihr somit die von euch ausgewählten Dienstleister bei eurem neuen Termin auch wieder dabei und ihr unterstütz sie außerdem nebenbei. So gut wie alle Dienstleister und Locations sind aktuell sehr kulant und bieten kostenfreie Verschiebungen an, da auch sie große Umsatzeinbuße befürchten. Es geht hier immerhin um unendliche viele Existenzen von Kleinunternehmen und Selbständigen.

 

Daher unser dringender Appell an euch: Geht offen auf eure gebuchten Dienstleister zu und sucht die Kommunikation! Gemeinsam könnt ihr sicherlich individuelle Lösungen finden, damit keiner auf seinen Kosten sitzen bleibt.

 

Falls ihr euch fragt, ob eine Hochzeitsversicherung jetzt das Richtige für euch sein könnte, lasst euch gesagt sein: Lest unbedingt die Bedingungen der Versicherung ganz genau, denn die meisten Hochzeitsversicherungen greifen in einem solchen Fall gar nicht. Meistens treten sie nur ein, wenn es im engen Personenkreis um das Brautpaar unerwartet schwere Erkrankungen, einen Unfall oder einen Todesfall gab. Bei Epidemien, Seuchen und höherer Gewalt (worunter die Corona-Krise fällt) kommt der Versicherungsschutz meist nicht zum Tragen.

 

Was sollen wir jetzt am besten tun?

Hier kommt eine kleine Checkliste, welche 10 Schritte ihr nun am besten als nächstes gehen solltet.

 

  1. Trefft eine Entscheidung

    Ihr seid bestimmt im Moment sehr unsicher und mit Sicherheit auch etwas traurig und enttäuscht über die aktuelle Situation. Das ist verständlich! Schließlich wollt ihr den schönsten Tag eures Lebens gebührend feiern. Für die April- und Mai-Hochzeiten gibt es momentan täglich neue Updates, informiert euch hier am besten regelmäßig.
    Für alle Hochzeiten ab Juni raten wir: Erst einmal abwarten! Keine voreiligen Schlüsse ziehen und vor allem keine Panik! Nutzt die gewonnene Zeit und vergesst nicht worum es eigentlich geht: Um euch beide und eure Liebe zueinander!

  1. Erstellt eine Liste mit allen Kontaktdaten

    Falls nicht eh schon vorliegen, listet alle an der Hochzeitsplanung beteiligten Dienstleister auf.

  2. Kontaktiert zu allererst eure Location

    Die Location ist das Wichtigste, daher solltet ihr diese zuerst kontaktieren. Fragt wie die Lage aktuell bei ihnen aussieht und wie ihr euch am besten gerade verhalten solltet. Klärt einen möglichen Plan B ab und fragt nach Ausweichterminen.

  1. Schreibt mögliche Ersatztermine auf

    Wir wissen, am allerliebsten heiratet ihr alle an einem Samstag. Aber denkt bei möglichen Ersatzterminen doch auch einmal an die Freitage oder Sonntage oder sogar einen Wochentag. Das kommt den Locations und auch den gebuchten Dienstleistern im Moment sehr zugute, wenn ihr nicht auf einen Samstag in der nächsten Hochzeitssaison verschiebt. Und eure Liebsten werden sich nach dem ganzen Schlamassel mit Sicherheit gerne auch einen Tag Urlaub für euch nehmen, um die Hochzeitsfeier gebührend nachzuholen.

  2. Ruft alle Dienstleister an und fragt Ersatztermine an

    Fragt bei euren gebuchten Dienstleistern die Alternativtermine an, die ihr euch ausgesucht habt und die auch bei der Location klappen würden. Fangt bei den wichtigsten Dienstleistern an, die nur einmal am Tag gebucht werden können, wie z.B. den Fotografen oder freien Redner.

  3. Informiert eure Gäste

    Gebt eine erste kurze Info an eure Gäste raus, dass eure Hochzeit nicht zum geplanten Datum stattfinden wird.

  4. Einigt euch mit den Dienstleistern auf einen Termin

    Klärt ab, welcher Termin bei allen (oder den meisten) Dienstleistern passt und fragt evtl. neue Dienstleister an, falls nicht alle an einem Tag können. Legt dann den endgültigen Ersatztermin fest.

  5. Informiert die Location

    Gebt der Location den ausgewählten Alternativtermin durch und lasst euch diesen noch einmal bestätigen.

  6. Informiert die Dienstleister

    Schickt noch einmal eine finale Info an alle Dienstleister, wenn der Termin bei der Location bestätigt wurde.

  7. Informiert eure Gäste

    Schickt abschließend noch einmal eine Info an eure Gäste mit dem konkreten Termin. Habt ihr schon gesehen, dass viele Papeterie-Hersteller gerade „Change the Date“-Karten anbieten. Das wäre doch eine super Lösung!

 

Denkt bei all dem daran: love is not cancelled! Ihr werdet auf jeden Fall heiraten und es wird eure absolute Traumhochzeit, versprochen! In jeder Krise liegt doch auch eine Chance! Bleibt also bitte unbedingt weiterhin positiv und freut euch auf euren großen Tag! Egal, wann er nun stattfinden wird. Denn das wichtigste ist doch, dass ihr und eure Liebsten gesund sind und sobald das alles überstanden ist, feiern wir das Leben und die Liebe erst recht!

 

Ihr wolltet eigentlich eine Frühlings- oder Sommerhochzeit und könnt euch mit dem Gedanken, eure Hochzeit in den Herbst zu verschieben, noch nicht so ganz anfreunden? Dann können wir euch eine Herbsthochzeit mit diesem Blogartikel vielleicht noch ein bisschen schmackhafter machen!

 

Wenn ihr euch nun immer noch unsicher seid, was ihr machen sollt, welche Möglichkeiten es gibt, oder wenn ihr komplett die Nerven verliert, dann könnte ein kurzes Hochzeitscoaching vielleicht auch das Richtige für euch sein. Kontaktiert mich gerne und dann schauen wir gemeinsam, welche Schritte wir in eurer Hochzeitsplanung am besten als nächstes gehen.

 

Da sich die Lage ja ständig ändert, schaut gerne auf meinem Instagram-Kanal vorbei, hier poste ich immer aktuelle Infos.

 

Also: bleibt gesund, bleibt positiv und vertraut darauf, dass alles gut wird! ♥

Eure Jessy

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