Slava – eine traditionelle Familienfeier

Slava kommt vom serbischen Wort slaviti („feiern“) und ist ein montenegrinisches und serbisch orthodoxes Familienfest, das zu Ehren des Familien-Schutzheiligen gefeiert wird.

 

Die Tradition

Jede montenegrinisch orthodoxe Familie hat ihren eigenen Schutzpatron, der einmal im Jahr, an einem individuellen Tag, gefeiert wird. Zu einer „Slava“ wird man nur einmal eingeladen. Alle darauffolgenden Jahre ist man automatisch und IMMER eingeladen. Auch meine Familie und ich feiern den heiligen Archidiakon und Erstmärtyrer Stephan am 9.Januar.

Mein Tipp: Die Einladung zu einer Slava sollte man auf keinen Fall ablehnen. Nicht nur aus dem Grund, dass die Familie eure Ablehnung als Beleidigung auffassen würde, nein, sondern auch, weil man die Chance verpassen würde, das Wort Überfluss in seiner schönsten und ursprünglichsten Form kennen zu lernen:

 

Was wird bei einer Slava serviert?

Es gibt jede Menge hervorragende Köstlichkeiten und Getränke. Meistens werden zuerst eine hausgemachte Suppe, danach „Sarma“ (Kohlrouladen gefüllt mit Hackfleisch) und „Pita“(Kartoffelstrudel), viel Fleisch und ein hausgemachter Käse oder ein leckerer „kajmak“ (Streichrahm) serviert.

Wichtig für die Tradition ist das hausgemachte Brot, das bei keiner Slava fehlen darf! Z.B. „Slavski kolač“ – ein Brot, das mit etwas Wein übergossen wird und die Aufopferung Jesu am Kreuz für die Menschen symbolisiert. Oder „slavsko žito“, ein Weizenbrot, das mit Zucker und Honig beträufelt wird. Es symbolisiert Dankbarkeit für die Früchte der Erde, die Gott den Menschen gegeben hat.

Des Weiteren ist die Slava-Kerze ein fester Bestandteil der Tischdekoration. Sie steht für Licht und Helligkeit und soll böse Geister vertreiben. Abgerundet wird das Fest zu Ehren der Schutzheiligen mit einer großen Auswahl an verschiedenen kleinen Kuchen.

 

Wie ihr bereits erkennen könnt, braucht man viel Zeit, um eine „Slava“ vorzubereiten. Doch Montenegriner lieben diese traditionelle Familienfeier, weil sie als ein wichtiger Teil ihrer Kultur gilt.

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Foto:Nargis Boumahdi

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