Die standesamtliche Trauung – so wird’s richtig feierlich

Ganz gleich, ob ihr eine kirchliche oder freie Trauung plant, eines haben alle Brautpaare gemeinsam – wer rechtskräftig verheiratet sein möchte, muss sich (auch) standesamtlich das Ja-Wort geben. Ihr wollt eure standesamtliche Trauung trotzdem individuell mitgestalten und zu etwas ganz Besonderem machen? Dann solltet ihr euch diesen Blogbeitrag nicht entgehen lassen!

 

Der Trauort

Auch wenn die standesamtliche Trauung den Ruf eines unromantischen und rein bürokratischen Aktes hat, könnt ihr hier eure individuellen Wünsche und Vorstellungen mit einfließen lassen. So haben viele Behörden ihre Räumlichkeiten inzwischen entstaubt oder bieten – gegen einen kleinen Aufpreis – ausgelagerte Trauzimmer an außergewöhnlich schönen Locations an wie in Burgen, Schlössern, Leuchttürmen, Schiffen oder auch im Zoo oder Botanischen Garten. Die Wahl des Standesamts steht euch also, unabhängig von eurem Wohnsitz, komplett offen. Lediglich die Anmeldung der Eheschließung muss im Standesamt des Haupt- oder Nebenwohnsitzes stattfinden. Die entsprechenden Unterlagen werden anschließend per Einschreiben an das Standesamt eurer Wahl verschickt. Darüber hinaus erheben Standesämter Gebühren, falls ihr außerhalb der üblichen Dienszeiten heiraten wollt, beispielsweise an einem Freitagnachmittag oder an einem Samstag.

Eine wichtige Rolle bei der Wahl des Standesamts spielt auch die Größe bzw. die Anzahl der vorhandenen Sitzplätze. Da diese oftmals begrenzt sind, entscheiden sich viele Brautpaare dafür, sich nur vor dem engsten Familien- und Freundeskreis (inkl. der Trauzeugen) das Ja-Wort zu geben und die übrigen Gäste zum anschließenden Sektempfang bzw. zur Feier einzuladen.

 

Der Ablauf

Eine standesamtliche Trauung dauert in der Regel 20–30 Minuten und läuft wie folgt ab:

  • Der Standesbeamte begrüßt das Brautpaar und die Gäste
  • Der Standesbeamte nimmt die Personalien des Brautpaars und der Trauzeugen auf (Personalausweis oder Reisepass bereithalten!)
  • Der Standesbeamte hält die Traurede
  • Die Frage aller Fragen: Und so frage ich Sie [Name des Bräutigams oder der Braut] wollen Sie mit der/dem hier anwesenden [Name des Bräutigams oder der Braut] die Ehe eingehen, so antworten Sie mit Ja.
  • Ringwechsel (auf Wunsch)
  • Der Standesbeamte verliest das Protokoll der Trauung
  • Das Brautpaar, die Trauzeugen und der Standesbeamte unterzeichnen den Ehebucheintrag
  • Gratulation

Übrigens: Gesetzlich verheirat ist ein Brautpaar dann, wenn beide klar und deutlich mit „Ja“ geantwortet haben (Zusätze wie „Ja, ich will“ oder „Ja, unbedingt“ sind ebenfalls rechtsgültig). Die Unterschrift der Frischvermählten (ggf. mit dem gemeinsamen Familiennamen!) und der Trauzeugen im Ehebucheintrag ist somit nur reine Formsache. Auf Scherzantworten solltet ihr daher verzichten, denn in diesem Fall wird der Standesbeamte die Trauung unverzüglich abbrechen.

 

Die persönliche Note

Ihr wollt eure standesamtliche Trauung auch inhaltlich individuell gestalten? Dann vereinbart am besten ein ausführliches Gespräch mit dem Standesbeamten, der die Trauung durchführen wird. Er oder sie erklärt sich bestimmt bereit, ein paar persönliche Worte oder Anekdoten in die Rede einzubauen. Auch individuelle Eheversprechen oder sonstige Rituale sind sicherlich möglich. Der Standesbeamte kann euch zudem Auskunft darüber geben, ob und wann ihr den Trausaal mit eigenem Blumenschmuck dekorieren dürft oder welche Außenflächen oder Räume ihr für den Sektempfang nutzen könnt, um eure standesamtliche Hochzeit anschließend gebührend zu feiern.

Ähnlich wie bei der kirchlichen Trauung könnt ihr auch den Einzug ins Standesamt feierlich begehen, beispielsweise mit Blumenkindern oder dem Brautvater, der seine Tochter nach altem Brauch durch einen Mittelgang zwischen den Stuhlreihen zum Bräutigam führt.

Auch eine musikalische Untermalung sorgt für eine romantische und emotionale Atmosphäre bei der Trauung. Ihr könnt dafür entweder einen Sänger oder einen Musiker engagieren, der euer Lieblingslied vorträgt, oder den Standesbeamten bitten, zum Ein- und Auszug oder auch zum Ringwechsel ein bestimmtes Lied vom Band abzuspielen. Wer sich den Ringwechsel jedoch lieber für die kirchliche oder freie Trauung aufheben möchte, kann dies bedenkenlos tun, denn dieser symbolische Akt ist im Standesamt nicht zwingend erforderlich.

 

Die Kosten

Weniger romantisch, aber dennoch ein wichtiger Punkt sind die Gebühren, die für die Anmeldung zur Eheschließung anfallen. Die Kosten ergeben sich aus dem Gebührenverzeichnis des jeweiligen Bundeslandes und sind daher unterschiedlich, ihr könnt jedoch mit diesen groben Richtwerten kalkulieren.

  • Anmeldegebühren: 40–60 €
  • Beglaubigte Abschrift von Dokumenten: ab 10 € p. Dokument
  • Heiratsurkunde: 10 €
  • Stammbuch (keine Pflicht): 15–40 €
  • Trauung in einer Außenstelle: 100–500 €
  • Trauung außerhalb der üblichen Dienstzeiten: ca. 60 €

Für die Umwandlung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft in eine Ehe fallen übrigens keine Kosten an, sofern diese innerhalb der üblichen Dienstzeiten und nicht in den Außenstellen des Standesamts stattfindet.

Damit der Planung eurer standesamtlichen Trauung nichts mehr im Wege steht, haben wir für euch eine kostenlose Checkliste mit allen To-dos zusammengestellt. Einfach auf den Button klicken, das Freebie downloaden, ausdrucken und abhaken.

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Foto:Lars Hammesfahr Fotografie

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