Nachhaltig heiraten – Tipps für eure grüne Hochzeit

Im großen Stil heiraten und trotzdem etwas für die Umwelt tun? Das ist gar nicht so schwer, wie es klingt! Wir verraten euch, worauf ihr bei den Hochzeitsvorbereitungen eurer sogenannten Green Wedding achten solltet.

Papeterie

Digitale Einladungskarten, die per E-Mail an die Gäste verschickt werden, sind zwar weniger romantisch, dafür jedoch besonders umweltfreundlich. Digital muss jedoch auch nicht automatisch unpersönlich bedeuten, denn viele Dienstleister bieten inzwischen auch exklusive Designvorlagen an, die hinsichtlich Schrift, Farbe, Bildern und Texten noch weiter individualisiert werden können. Wer nicht komplett auf die Online-Variante setzen möchte, kann auch kombinieren: Wie wäre es zum Beispiel mit digitalen Save-the-Date-Karten oder Rückantworten der Gäste anstatt gedruckter und der Einladung beigelegter RSVP-Karten?

Wer stilecht und trotzdem ökologisch einladen möchte, wählt am besten Recyclingpapier oder handgeschöpftes Papier. Das umweltfreundliche Papier ist, je nach Weißegrad, sogar günstiger als Frischfaserpapier, das aus frischem Holz gewonnen und intensiv gebleicht wird. Wer dennoch zu Frischfaserpapier greift, sollte zumindest auf die FSC-Zertifizierung (Forrest Steward Council), eine Art Gütesiegel für eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft, achten. Viele Druckereien setzen außerdem bereits auf eine klimaneutrale Produktion. Übrigens: Je kleiner das Format und je dünner das Papier, desto besser für die Umwelt!

Auch bei der restlichen Hochzeitspapeterie gibt es Einsparpotenzial: Braucht tatsächlich jeder Gast eine eigene Menükarte oder reicht auch ein Exemplar pro Tisch? Lassen sich Namensschilder und Gastgeschenke kombinieren? Oder lassen sich Kuchenbüfett, Candy Bar & Co. nicht auch mithilfe kleiner Schiefertafeln, die immer wieder neu beschriftet werden können, bestücken?

Location

Wer träumt nicht von einer Hochzeit am Strand – barfuß, bei strahlendem Sonnenschein und mit Blick aufs Meer? Doch je weiter die Anreise für euch und eure Gäste – vor allem mit dem Flugzeug –, desto höher ist auch der CO2-Ausstoß. Ökologischer ist es, in der näheren Umgebung zu heiraten, bestenfalls sogar an einem Ort, der auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen ist. Die Feier findet nicht in fußläufiger Nähe zum Ort der Trauung statt? Dann lohnt es sich, Fahrgemeinschaften zu bilden oder alternativ einen Shuttle-Service für die Gäste zu organisieren.

Ringe

Auch bei den Eheringen kann Nachhaltigkeit eine Rolle spielen. Wenn ihr mehr über die Herkunft der Materialien erfahren wollt, dann sucht euch einen Juwelier oder Schmuckdesigner, der Ringe aus Fairtrade-Gold führt. Denn damit wird sichergestellt, dass die Produzenten der Rohstoffe zu fairen Löhnen und unter angemessenen Bedingungen arbeiten können.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, alten Schmuck, beispielsweise Erbstücke, einschmelzen und daraus neue Ringe anfertigen zu lassen. So entstehen einzigartige Schmuckstücke mit persönlicher Note und Erinnerungswert.

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Foto:Artsy Vibes / Unsplash

Blumen und Dekoration

Für die meisten Brautpaare gehören frische Blumen zur Hochzeit einfach dazu. Wer darauf also nicht verzichten möchte, sollte bei der Wahl zumindest auf saisonale bzw. heimische Blumen achten, die nicht extra importiert werden müssen. Lasst euch hierzu am besten von eurem Floristen beraten. Noch einfacher wird’s mit Topfpflanzen, die weder geschnitten noch aufwendig in Vasen arrangiert werden müssen. Übrigens: Eure Gäste freuen sich bestimmt, wenn sie die Blumen nach der Hochzeit mit nach Hause nehmen dürfen und sich noch ein paar Tage daran erfreuen können.

Auch bei der restlichen Tischdekoration lässt sich eine Green Wedding mit nur wenigen Mitteln leicht umsetzen: Servietten und Tischdecken aus Stoff statt aus Papier sehen edel aus und lassen sich beliebig oft wiederverwenden, alte Einmachgläser oder Weinflaschen eignen sich wunderbar als Vase, Windlicht oder Kerzenständer und Naturmaterialien wie Holz, Steine oder Blätter machen die nachhaltige Tischdeko komplett.

Outfits

Wer sich fair kleiden möchte, sollte nach Brautkleidern und Anzügen aus hochwertigen Naturmaterialien und zertifizierter Bio-Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau Ausschau halten. Gute Anlaufstellen sind beispielsweise lokale Schneider oder deutsche Labels, die mit Stofflieferanten aus Deutschland oder Europa zusammenarbeiten, um die Transportwege möglichst gering zu halten.

Viele Brautpaare setzen zudem auf Outfits, die sie auch im Anschluss noch einmal tragen können. So lässt sich ein schlichter Anzug schnell mit Hosenträgern, Fliege und Einstecktuch aufwerten, ein schlichtes Brautkleid mit einem Gürtel oder einem Bolerojäckchen. Übrigens: Falls ihr euer Brautkleid oder eure Brautschuhe nach der Hochzeit einfärben lassen wollt, erkundigt euch besser vorab bei eurem Brautmodengeschäft oder der Schneiderei, da nicht alle Stoffe bzw. Nähgarne problemlos eingefärbt werden können.

Alternativ könnt ihr eure Outfits auch leihen oder gebraucht kaufen und nach euren Vorstellungen von einer Schneiderei anpassen lassen. Oder vielleicht findet ihr etwas Passendes im Kleiderschrank eurer Mutter oder eurer Oma? Vintage ist schließlich absolut im Trend!

Essen und Trinken

Ähnlich wie beim Blumenschmuck gilt auch beim Essen: Wer sich für saisonale Bioprodukte aus der Region entscheidet, tut nicht nur sich und seinen Gästen etwas Gutes, sondern auch der Umwelt. Fleisch und Fisch aus nachhaltiger Produktion sind zwar teurer, aber eben auch hochwertiger und genau das Richtige für einen besonderen Anlass wie eine Hochzeit. Es müssen nicht immer Fleisch und Fisch sein? Umso besser! Denn vegetarische oder vegane Hochzeitsmenüs sind nicht nur eine besonders gesunde, sondern auch nachhaltige Alternative.

Da vor allem bei Büfetts meist etwas großzügiger kalkuliert wird und man somit mit Resten rechnen muss, bietet es sich an, bei der Location vorab nachzufragen, ob diese im Anschluss an Armentafeln in der Nähe gespendet werden können, anstatt sie zu entsorgen.

Doch auch beim Sektempfang oder der Candy oder Salty Bar gibt es Einsparpotenzial, beispielsweise mit Sektgläsern aus Glas statt aus Kunststoff oder Geschirr und Zubehör wie Teller, Besteck, Becher, Schachteln und Boxen aus biologisch abbaubaren Materialien.

Flitterwochen

Getreu dem Motto „Wieso in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ gibt es sicherlich auch in eurer Nähe viele romantische Flitterwochenziele, die sich bestenfalls sogar mit dem Zug erreichen lassen. Keine Sorge, das bedeutet nicht, dass ihr bei euren Flitterwochen auf jeglichen Komfort verzichten müsst. So bieten beispielsweise zertifizierte Biohotels in den schönsten Urlaubsregionen Deutschlands und Europas Luxus auf höchstem ökologischen Niveau. Wen es trotzdem in die Ferne zieht, kann sich vorab bei Ökotourismusanbietern nach passenden Angeboten erkundigen oder seinen CO2-Fußabdruck durch eine Spende an ein Klimaschutzprojekt zumindest teilweise kompensieren.

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